Ein Konzept erklärt von Robert Blust

Das Mental Model.

Das Gehirn für Unternehmensführung und agentische KI.

Der Haken

Das Wissen einer Firma lebt überall – und nirgends.

Vision, Strategie, Prozesse, Rollen, KPIs, Regeln – verstreut über Köpfe, Dokumente und Tools.

Weder Menschen noch KI können sich darauf verlassen. Was, wenn all das ein Graph wäre, den auch eine Maschine lesen kann?

Die Idee

Eine strukturierte Wissensbasis – das Gehirn der Firma.

Ich nenne es das Mental Model: die Fakten als Markdown, strukturiert durch ein Meta-Modell.

Keine neue Dokumentation, sondern eine maschinenlesbare Projektion des Betriebssystems der Firma – versioniert wie Code, synchron aus den echten Systemen.

Die Breite

Alles, was eine Firma ausmacht – an einem Ort.

Rollen & Teamswer was tut
Prozesse & Gateswie Arbeit fliesst
Strategie & Zielewohin wir investieren
KPIswas wir messen
Regelnwas wir durchsetzen
Featureswas wir bauen
Begriffewas wir definieren
Architektur-Entscheidewas wir entschieden haben
Wertewas wir glauben

Versioniert wie Code, maschinenlesbar, EINE Quelle der Wahrheit.

Der Graph

Alles verweist aufeinander – keine toten Links.

Person Prozess KPI Regel Feature Rolle Mental Model
  • Dateinamen sind IDsder kanonische Name jedes Eintrags
  • Exakte Namensreferenzenkeine Markdown-Links, die verrotten
  • Bei jeder Änderung validiertein Widerspruch fällt sofort auf
Ein Beispiel

Governance, über die eine Maschine nachdenken kann.

Konzept Gate Umsetzung
  • OwnerProduktleitung · Gate-Freigabe
  • Gate-KriteriumTech-Debt-Impact-Score (−3 … +3)
  • RegelScore > +2 → Cleanup in den Scope
  • Kill-KriteriumAdoption < X % → deprecate
Regeln, Metriken, Entscheide

Regeln, Metriken und Entscheide – strukturiert und mit Owner.

Regel
„Deployments folgen dev → test → prod.“ — Owner: Engineering.
KPI
„Lead Time for Changes“ — je tiefer, desto besser. — Owner: Engineering.
Architektur-Entscheid
„JSONB nur für kontextuelle Daten.“ — verworfen: darauf abfragen.

Jede Regel, jede Kennzahl, jeder Entscheid: benannt, begründet, jemandem gehörend.

Zwei Zielgruppen, eine Quelle

Dasselbe Modell – für Menschen und Agenten.

Für Menschen

Onboarding nach Rolle, Entscheidungen, Ausrichtung.

„Wer verantwortet das Deployment?“ — beantwortet aus einer Quelle.

Für Agenten

Eine Kontextschicht plus MCP-Tools.

Agenten handeln innerhalb von Vision, Strategie, Prozess und Regeln.

Eine Quelle – zwei Zielgruppen, kein Auseinanderdriften.

Warum es zählt

Der richtige Kontext macht KI deutlich verlässlicher.

Ohne Kontext kennt KI weder eure Entscheide noch eure Regeln – sie rät. Das Mental Model verkleinert diesen Raum und hält Agenten innerhalb der Leitplanken. Immer mit menschlicher Kontrolle.

Takeaway

Explizites Wissen zahlt doppelt – für Menschen und für Agenten.

Struktur ist der Hebel. Je sauberer das Modell, desto besser führen Menschen und desto verlässlicher handeln Agenten.

Robert Blust

Sprecher-Notiz